Sie kennen die Verkäufer*innen, die auf dem Domplatz, am Angereck oder vor der REWE-Kaufhalle die Erfurter Straßenzeitung verkaufen? Sie sind unsere Botschafter zu Ihnen, den interessierten Leser*innen, zu den Touristen und allen, die neugierig fragen: „BRÜCKE, was ist das denn?“
Die Erfurter Straßenzeitung steht in der Tradition der Obdachlosenzeitungen. Sie ist eine von rund  70 Straßenzeitungen, die in der Bundesrepublik vertrieben werden. Doch Straßenzeitungen findet man auch in Kappstadt, Sidney und Paris. Sie sind ein gemeinnütziges Medienprodukt, das persönliche Hilfen und kreativen, lokalen Journalismus zusammenbringt.

Unser Motto buchstabiert sich so:

wie Bürgerzeitung
wie Recherche mit Hintergrund
Ü  wie Überbrückungshilfe für Verkäufer in Not
wie Chance für Themen, die anders sind
K  wie Kritik mit Augenmaß
E  wie Erfahrung von unten

Grundgedanke ist, dass sich Menschen, die in einer schwierigen sozialen Situation stecken,  oder anderweitig „draußen“ sind,  durch den Verkauf der Ausgaben wieder ein Standbein schaffen. Für die Erfurter BRÜCKE muss man nicht wohnungslos sein, jeder, der hinter der Philosophie der Zeitung steht, kann sie verkaufen.
20 Jahre schon bereichert dieses Extra-Blatt die Medienlandschaft. Und so manche Verkäufer*in gehört mittlerweile zum Stadtbild wie die Hauptpost zum Anger.

UNSERE ZEITUNGS-BOTSCHAFTER

Einer der ersten Verkäufer – und inzwischen im Ruhestand - war  Manfred Bytschinski, ein ehemaliger Mähdrescherfahrer aus Kasachstan, der mit seiner Tschapkamütze und seinem Klappstühlchen schon zum Inventar unter der Angeruhr gehörte.

Auch Sigrid Hahn war eine Frau, die bald mit dem Anger verwurzelt war. Für viele Menschen wurde sie eine Dialogpartnerin, mit der man sich über Gott, die Welt und die neuesten Familienereignisse austauschte. Nach ein paar Jahren ist sie in ihre hessische Heimat zurückgekehrt.

Legendär ist auch unser langjähriger Verkäufer, Herr Joachim Wöllner, unlängst 70 Jahre geworden und einst unterwegs zwischen Anger und Domplatz, auch wenn das Laufen schwer fiel. So manchem Besucher der Stadt hat er eine BRÜCKE verkauft und manchmal erhalten wir von den Weitgereisten im nachhinein Dankesbriefe.

Immer noch dabei ist auch Andrea Keller, die ihren Standplatz vor der REWE-Kaufhalle in der Eislebener Straße hat. Sie ist nicht nur eine begeisterte Verkäuferin, sie ist auch gern im Austausch mit unseren Leser*innen über Wünsche, Kritiken oder Zeitungsinhalte. Sie ist der kurze Draht zur Redaktion, direkter geht es nicht.

Wir wissen, unsere Zeitung wird oft über Generationen in einer Familie gelesen. In machen Häusern wandert sie von Etage zu Etage. Viele sammeln sie auch wie einen seltenen Schatz.

Die Erfurter Straßenzeitung entsteht fast ausschließlich ehrenamtlich. Dafür sind wir allen Autor*innen sehr dankbar. Das Projekt funktioniert nur als Solidargemeinschaft.
Übrigens: Die BRÜCKE ist Trägerin des Thüringer Journalistenpreises.

WARUM WIRD DIE BRÜCKE EIGENTLICH GEKAUFT?

Wahrscheinlich, weil wir lokale und gesellschaftliche Themen näher beleuchten. Weil wir nicht nur eine Seite sehen, sondern nach Sichtweisen fragen. Weil wir nicht nur das Trennende sondern auch das Verbindende sehen. Weil wir Menschen zeigen, die sonst nicht im Mittelpunkt stehen. Weil wir Leute sprichwörtlich auf der Straße treffen. Weil wir zeigen, worin Leistung besteht, sowohl auf Chefetagen als auch im Hartz-IV-Haushalt. Weil wir alternative Denk- und Lebensformen wichtig finden und vorstellen. Weil auch das Erfurtsche  Kolorit nicht fehlt und ….
Sagen Sie uns, warum Sie die  BRÜCKE kaufen und was Ihnen in unseren Heften noch fehlt!

PREIS

Je Ausgabe 2,20 Euro, davon 60 Cent für die Verkäufer*in
Anzeigen: Nach Absprache auch in individuellen Größen. Preise nach aktueller Anzeigenliste.
Erscheinungsweise: 64 Seiten dreimal jährlich, Auflagenhöhe zwischen 3.500 und 5.000 Stück; geschätzte Einzelleser: bis zu 10.000.

ANSPRECHPARTNER*INNEN UND KONTAKT

Für den Vertrieb und interessierte Verkäufer: Frau Dagmar Fleischmann ; Tel: 74981136
Für die Redaktion: Birgit Vogt, birgit.vogt@kontaktinkrisen.de ; Tel.: 74981133

ÖFFNUNGSZEITEN

Service-Point des KiK e.V. täglich ab acht Uhr; immer bis 16.30, dienstags und donnerstags bis 17.30 Uhr, freitags bis 14 Uhr